Wichtige Erkenntnisse:

  • Professionelle Händler zahlen einen Aufschlag von 13 % für den Abwärtsschutz, da Bitcoin Schwierigkeiten hat, die Unterstützung über $66.000 aufrechtzuerhalten.

  • Während Aktien und Gold stark bleiben, deuten $910 Millionen an Bitcoin ETF-Abflüssen darauf hin, dass die Vorsicht institutioneller Anleger zunimmt.

Der Preis von Bitcoin (BTC) ist nach der Ablehnung nahe $71.000 am Sonntag in eine Abwärtsspirale geraten. Trotz der erfolgreichen Verteidigung des $66.000-Niveaus während der Woche spiegelt der Optionsmarkt wachsende Angst wider, da professionelle Händler eine Abwärtsrisiko-Exposition vermeiden.

Selbst bei relativer Stärke am Aktienmarkt und den Goldpreisen scheinen Händler effektiv auf einen Test von 60.000 USD zu wetten, anstatt überreagieren zu wollen, wenn der Bitcoin-Preis sinkt.

BTC-2-Monats-Optionsdelta-Skew (Put-Call) bei Deribit. Quelle: laevitas.ch

Bitcoin-Put-Optionen (Verkauf) wurden am Donnerstag mit einer Prämie von 13 % im Verhältnis zu Call-Optionen (Kauf) gehandelt. Unter neutralen Bedingungen liegt der Delta-Skew-Wert typischerweise zwischen -6 % und +6 %, was auf eine ausgewogene Nachfrage nach Aufwärts- und Abwärtsstrategien hinweist. Die Tatsache, dass diese Werte in den letzten vier Wochen aufrechterhalten wurden, zeigt, dass die professionelle Stimmung stark auf Vorsicht ausgerichtet ist.

Top-BTC-Optionsstrategien bei Derbit der letzten 48 Stunden, USD. Quelle: Laevitas.ch

Diese bärische Neigung ist klar in der neutral-bärischen Positionierung zu sehen, die bei Bitcoin-Optionen beobachtet wird. Laut Laevitas-Daten waren der bärische diagonale Spread, der Short Straddle und die Short Risk Reversal die am meisten gehandelten Strategien an der Deribit-Börse in den letzten 48 Stunden.

Die erste Strategie senkt die Kosten der bärischen Wette, da die kurzfristige Option schneller an Wert verliert, während die zweite den Gewinn maximiert, wenn sich der Bitcoin-Preis kaum bewegt. Die Short Risk Reversal hingegen generiert Gewinn aus einem Abwärtsbewegung mit geringen bis keinen Vorabkosten, birgt jedoch unbegrenztes Risiko, wenn der Preis ansteigt.

Schwache institutionelle Nachfrage nach Bitcoin-ETFs schürt Unmut

Um die Risikobereitschaft der Händler besser einzuschätzen, betrachten Analysten oft die Nachfrage nach Stablecoins in China. Wenn Investoren hastig den Kryptowährungsmarkt verlassen, fällt dieser Indikator normalerweise unter Parität.

USD-Stablecoin-Prämie/Rabatt im Verhältnis zum USD/CNY-Kurs. Quelle: OKX

Unter neutralen Bedingungen sollten Stablecoins mit einer Prämie von 0,5 % bis 1 % im Verhältnis zum US-Dollar/Yuan-Wechselkurs gehandelt werden. Diese Prämie kompensiert die hohen Kosten traditioneller Währungsumrechnungen, Überweisungsgebühren und die regulatorischen Reibungen, die durch Chinas Kapitalverkehrskontrollen verursacht werden. Der aktuelle Rabatt von 0,2 % deutet auf moderate Abflüsse hin, obwohl dies eine Verbesserung gegenüber dem Rabatt von 1,4 % am Montag darstellt.

Ein Teil des aktuellen Unmuts unter den Händlern kann durch die schwachen Zuflüsse in Bitcoin Exchange-Traded Funds (ETFs) erklärt werden, die als Proxy für institutionelle Nachfrage dienen.

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Tägliche Nettoströme von US-gelisteten Bitcoin-ETFs, USD. Quelle: Farside Investors

US-gelistete Bitcoin-ETFs haben seit dem 11. Februar insgesamt 910 Millionen USD an Abflüssen verzeichnet, was die Bullen wahrscheinlich aus dem Gleichgewicht gebracht hat - insbesondere da Bitcoin 47 % unter seinem Allzeithoch gehandelt wurde, während die Goldpreise nahe 5.000 USD schwebten, was einem Anstieg von 15 % in nur zwei Monaten entspricht. Ähnlich lag der S&P 500-Index nur 2 % unter seinem eigenen Allzeithoch, was darauf hindeutet, dass diese Risikoaversion größtenteils auf den Kryptowährungssektor beschränkt ist.

Während Bitcoin-Optionen Angst vor weiteren Rückgängen signalisieren, bleiben Händler wahrscheinlich extrem vorsichtig, bis eine klare Begründung für den Rückgang auf 60.200 USD am 6. Februar schließlich auftaucht.