Während die politischen Spannungen zunehmen, zeigt der USD, der lange Zeit als sicherer Hafen galt, diesmal nicht die übliche Reaktion. Gleichzeitig senden Gold (XAU) und Silber (XAG) Signale, die über eine normale Rohstoff-Rally hinausgehen.

Gold erreicht Rekord, Silber zieht nach – Märkte sichern sich gegen mehr als nur Inflation ab

Stattdessen fließt Kapital klar in sogenannte harte Werte. Dadurch nähert sich Gold der 5.000-USD-Marke und Silber steigt über 80 USD. Diese Kurse zwingen Anleger, ihre alten Annahmen zu überdenken.

Gold-Analyst Garrett Goggin spricht von einer Auffälligkeit. In früheren US-Militäreinsätzen wurde der USD fast immer stärker, weil Menschen in Sicherheit investieren wollten. Dieses Mal ist es anders.

„Der USD ist früher immer gestiegen, wenn Bomben fielen. Jetzt nicht mehr”, sagte Goggin und verweist darauf, dass der USD deutlich fiel, während Gold und Silber gleichzeitig stark zulegten.

Tatsächlich zeigten Gold und Silber am Montag sogenannte God Candles, während der Dollar-Index stark sank und aktuell bei 98,53 notiert. Dies zeigt, dass immer mehr Menschen am USD als Schutz in Krisenzeiten zweifeln.

Die Kursbewegungen sind historisch. Ökonom und Gold-Befürworter Peter Schiff betont, dass Gold erstmals über 4.560 USD gestiegen ist. Damit ist es näher an 5.000 USD als an 4.000 USD.

Auch Silber hat die 84-USD-Marke überschritten und erzielt damit eine der stärksten relativen Leistungen seit vielen Jahrzehnten. Dass beide Edelmetalle zugleich ausbrechen, ist selten. Solche Phasen sind oft mit großer Unsicherheit oder Systemkrisen verbunden.

Analysten betonen, dass der Anstieg von Silber nicht nur durch Spekulation kommt. Synnax-Mitgründer und COO Dario erklärt, Silber sei aktuell in Contango – dabei sind die Preise für zukünftige Lieferungen höher als aktuelle Preise. Das zeigt laut Dario, dass große Unternehmen und Industriekäufer aktiv wurden.

Dario meint außerdem, das Verhalten zeige: Unternehmen schützen sich jetzt vor Engpässen und steigenden Kosten. Dahinter steht echte Nachfrage aus der Wirtschaft und nicht nur kurzfristiges Handeln.

Warum der Ausbruch wie eine verspätete Neubewertung wirkt

Die Kursrally hat zudem alte Diskussionen über mögliche Preisdrückung bei Edelmetallen neu entfacht. Kip Herriage glaubt, dass Gold und Silber jahrelang künstlich begrenzt wurden. Er nennt die Strafe gegen JPMorgan wegen Manipulation im Jahr 2020 als Wendepunkt.

Nach dem Fall, so Herriage, hätten die Preise ihren Tiefpunkt erreicht und ein echter Preisanstieg begonnen. Aus seiner Sicht bedeuten die heutigen Kurse keine Blase, sondern eher eine späte Anpassung.

„Die Wahrheit ist: Gold & Silber hätten diese Preise schon vor zehn Jahren haben sollen”, sagte er.

Außerhalb des Marktes sieht Herriage zudem einen Mix politischer und finanzieller Gründe. So erwartet er, dass eine Mischung aus Gold, Silber und Bitcoin künftig US-Staatsanleihen teilweise absichern könnte. Das würde die Schuldenstruktur der Staaten grundsätzlich verändern und die Nachfrage nach knappen Werten wie Gold, Silber und Krypto verstärken.

Auch wenn das nur eine Idee ist, spiegelt sie die Suche nach Sicherheit wider – vor allem, weil die Schulden wachsen und weniger Menschen auf klassische Währungen vertrauen.

Erfahrene Anleger glauben, dass das Potenzial noch nicht ausgereizt ist. Robert Kiyosaki rechnet mit Silber über 80 USD bis Ende 2026. Er will bis 100 USD weiter kaufen, warnt jedoch vor zu viel Risiko durch Hebelgeschäfte.

Nach Meinung des Autors ist dies kein kurzfristiges Geschäft. Kiyosaki sieht es als grundsätzlichen Wechsel, wie Anleger Vertrauen, Knappheit und Risiken bewerten.

Alles in allem zeigen der Ausbruch von Gold und Silber und die schwache Reaktion des USD: Die Märkte bewegen sich wohl in eine neue Phase, in der alte Regeln für sichere Häfen kaum noch gelten.