Südkorea stellt eine neue Krypto-Strategie vor, die ab 2026 klare Regeln für jeden Stablecoin schafft. Damit reagiert das Land auf globale Entwicklungen und will zur führenden Blockchain-Nation in Asien werden.

Im Plan stehen Gesetze für Stablecoins, Zulassungen für Spot-ETFs sowie staatliche Zahlungen über Blockchain. Das ist die größte Reform der Krypto-Politik im Land seit dem Terra-Luna-Zusammenbruch 2022.

Stablecoin-Gesetze in Südkorea nehmen klare Form an

Die Finanzaufsichtsbehörde (Financial Services Commission, FSC) will das sogenannte „Digital Asset Phase 2“-Gesetz bis zum ersten Quartal 2026 fertigstellen. Damit soll ein klares Regelwerk für Stablecoins entstehen.

Nach den neuen Regeln müssen Stablecoin-Herausgeber zuerst eine staatliche Genehmigung erhalten, wenn sie bestimmte Eigenkapitalanforderungen erfüllen. Zusätzlich müssen sie Reserven in Höhe von mindestens 100 Prozent der ausgegebenen Token vorhalten und die Einlösung der Token für die Nutzer garantieren.

Dieses System soll ähnliche Zusammenbrüche wie beim Terra-Luna-Fall im Jahr 2022 verhindern. Damals gingen etwa 40 Milliarden USD an Marktwert verloren. Das führte weltweit zu schärferen Regeln für algorithmische Stablecoins.

Die Regierung wird zudem Regeln für grenzüberschreitende Geschäfte mit Stablecoins erarbeiten. Dadurch könnten Handel und Geldtransfers per Blockchain über Ländergrenzen hinweg möglich werden.

Krypto Spot ETFs stehen in den Startlöchern

Für die Einführung in großen Firmen ist besonders wichtig: Südkorea will noch dieses Jahr Spot ETFs für digitale Vermögenswerte einführen.

Der Schritt kommt, nachdem in den USA im Januar 2024 erste Bitcoin Spot ETFs gestartet sind und ähnliche Angebote in Hongkong folgen. Bisher durften solche Produkte in Korea nicht angeboten werden, weil Coins dort nicht als erlaubte Basiswerte für ETFs galten. Folglich konnten inländische Anleger solche Produkte nicht kaufen.

Beobachter rechnen damit, dass dadurch mehr große Investoren, zum Beispiel Pensionsfonds und Unternehmen, in Krypto investieren könnten.

Regierung setzt auf Blockchain für öffentliche Finanzen

Die vielleicht ehrgeizigste Idee ist, Blockchain in staatliche Abläufe einzubauen. Bis 2030 sollen ein Viertel aller staatlichen Geldzahlungen mit digitaler Währung, genauer mit Einlagen-Token, abgewickelt werden.

Schon im ersten Halbjahr 2026 startet ein Pilotprojekt. Dabei sollen Zuschüsse für öffentliche Ladestellen für E-Autos über Einlagen-Token ausgezahlt werden. Bei Erfolg weitet sich das Programm womöglich auf andere Gutscheine und Subventionen aus.

Dadurch kann genau nachvollzogen werden, wie das Geld eingesetzt wird. So ließen sich Betrugsversuche verhindern und die Kosten für Verwaltung deutlich senken.

Gesetze, die das unterstützen, sollen bis Ende 2026 in Kraft treten. Darunter sind Änderungen am Zentralbankgesetz und dem Gesetz für den Staatshaushalt.

Wende in der koreanischen Krypto-Politik: Das musst du jetzt wissen

Branchenexperten sehen in der Ankündigung einen Wendepunkt für Südkoreas Krypto-Landschaft.

„Zum ersten Mal erkennt die Regierung virtuelle Vermögenswerte offiziell als echte Finanz- und Haushaltsinstrumente an und nicht nur als spekulative Werte“, stellte ein Marktbeobachter fest.

Mit dem Gesamtkonzept zeigt Korea, dass es auch im internationalen Rennen bei digitalen Vermögenswerten mitspielen will. Während große Volkswirtschaften eigene Krypto-Regeln rasch weiterentwickeln, will Korea konkurrenzfähig bleiben – besonders beim Thema Stablecoins.