Warum ist Bitcoin am 15. Dezember auf 85.000 USD gefallen und hat die jüngsten Rückgänge vertieft? Globale makroökonomische Risiken, Reduzierung der Hebelwirkung und geringe Liquidität haben gleichzeitig gewirkt. Der Rückgang hat in nur wenigen Tagen über 100 Milliarden USD aus der gesamten Marktkapitalisierung der Kryptowährungen gelöscht. Das wirft Fragen auf, ob dieser Ausverkauf das Ende dieses Ausverkaufs ist?
Es ist sicher, dass es nicht einen einzigen Faktor gab, der den Rückgang verursacht hat. Fünf überlappende Kräfte haben Bitcoin nach unten gedrückt und könnten den Druck auf seinen Preis in naher Zukunft aufrechterhalten.
Warum ist Bitcoin gefallen? Bedenken über Bewegungen der BOJ führten zu einem globalen Risikoverzicht.
Der größte makroökonomische Impuls kam aus Japan. Die Märkte reagierten vor der weithin erwarteten Zinserhöhung durch die Bank von Japan in dieser Woche, die die Zinsen auf Niveaus heben würde, die seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen wurden.
Selbst eine kleine Erhöhung hat Bedeutung, denn Japan hat seit langem die globalen Risikomärkte durch das sogenannte „Carry Trade“ im Yen finanziert.
Über die Jahre haben Investoren den günstigen Yen geliehen, um riskantere Vermögenswerte wie Aktien und Kryptowährungen zu kaufen. Wenn die japanischen Zinsen steigen, endet dieser Handel. Investoren verkaufen riskante Vermögenswerte, um Verbindlichkeiten in Yen zu begleichen.
Deshalb reagierte Bitcoin bereits früher heftig auf frühere Erhöhungen durch die BOJ. In den letzten drei Fällen fiel BTC in den Wochen nach der Entscheidung um 20–30 %. Trader begannen, dieses historische Muster bereits vor der Entscheidung zu berücksichtigen, was dazu führte, dass Bitcoin schon vorher fiel.
Die US-Wirtschaftsdaten bringen erneut Unsicherheit in Bezug auf die Geldpolitik.
Warum ist Bitcoin gestern gefallen, als er ein wichtiges Niveau testete? Namentlich, Trader haben das Risiko vor der Veröffentlichung wichtiger Makrodaten aus den USA, wie Inflation und Arbeitsmarktdaten, eingeschränkt.
Die Fed hat kürzlich die Zinssätze gesenkt, aber Beamte warnten vor einer zu schnellen Lockerung in der Zukunft. Diese Unsicherheit ist für Bitcoin von Bedeutung. Das geschieht, weil er zunehmend wie ein makrosensitives Asset auf Liquidität agiert, und nicht als unabhängige Absicherung.
In der Zwischenzeit übersteigt die Inflation weiterhin das Ziel, und schwache Arbeitsmarktdaten wurden erwartet. Die Märkte wussten nicht, was der nächste Schritt der Fed sein würde. Diese Unsicherheit verringerte die spekulative Nachfrage und ermutigte kurzfristige Trader, abzuwarten.
Deshalb verlor Bitcoin an Schwung, als er sich den entscheidenden technischen Niveaus näherte.
Warum ist Bitcoin gefallen: Hohe Liquidationen von Positionen mit Hebel beschleunigten den Rückgang.
Nach dem Rückgang von Bitcoin unter 90 000 USD kam es zu erzwungenen Verkäufen. Die Daten zeigen, dass über 200 Millionen USD an Long-Positionen mit Hebel innerhalb weniger Stunden liquidiert wurden. Langfristige Investoren hatten kurz nach der Entscheidung der Fed über die Zinssenkung zu Beginn des Monats eine große Exposition gegenüber dem Anstieg aufgebaut.
Es erklärt sehr deutlich, warum Bitcoin gefallen ist, als automatische Liquidationsmechanismen BTC verkauften, um Verluste zu decken. Solche erzwungenen Transaktionen zogen die Preise nach unten und lösten weitere Liquidationen im Effekt einer Schneeballschlacht aus.
Darüber hinaus erklärt dieser mechanische Effekt, warum Bitcoin so plötzlich und heftig gefallen ist und nicht schrittweise.
Das schrumpfende vorweihnachtliche Volumen erklärt auch, warum Bitcoin abrupt gefallen ist. Der Wochenendverkaufsdruck verstärkte seine Auswirkungen.
Bitcoin begann am Wochenende zu fallen, als die Liquidität normalerweise niedriger ist und die Orderbücher flacher sind. In einer solchen Situation können selbst relativ kleine Aufträge die Preise stark bewegen.
Große Investoren und Handelsbüros reduzierten ihre Exposition bei niedriger Liquidität, was die Volatilität vergrößerte. Dies führte dazu, dass Bitcoin von 90 000 USD auf 85 000 USD in kurzer Zeit fiel.
Wochenendverluste scheinen oft dramatisch zu sein, selbst wenn die Fundamentaldaten des Marktes stabil bleiben.
Der Marktdruck wurde durch den erheblichen Verkauf von Wintermute, einem der größten Marktteilnehmer in der Krypto-Branche, verstärkt.
Während des Verkaufs zeigten On-Chain- und Marktdaten, dass Wintermute eine große Menge BTC verkaufte. Darüber hinaus sprechen Schätzungen von über 1,5 Milliarden USD an zentralen Börsen. Das Unternehmen soll BTC verkauft haben, um Risiken auszugleichen und die Exposition nach den jüngsten Schwankungen und Verlusten in Derivaten abzusichern.
Aufgrund der Tatsache, dass Wintermute sowohl auf dem Spot- als auch auf dem Derivatemarkt Liquidität bereitstellt, hatte ihr Verkauf einen überdurchschnittlichen Einfluss auf die Preise.
Die Verkaufszeit spielte ebenfalls eine Rolle. Wintermute verkaufte unter Bedingungen niedriger Liquidität, was die Rückgänge verstärkte und den Rückgang von Bitcoin in Richtung 85 000 USD beschleunigte.
Was passiert als Nächstes und warum ist Bitcoin gefährdet?
Ob Bitcoin weiter fallen wird, hängt jetzt von makroökonomischen Faktoren ab und nicht von Nachrichten aus dem Kryptowährungsmarkt.
Wenn die Bank von Japan die Zinserhöhung bestätigt und die globalen Renditen steigen, könnte Bitcoin durch die Liquidation von Carry Trades unter Druck bleiben. Ein starker Yen wird diesen Druck noch verstärken.
Sollten die Märkte diese Entscheidung vollständig einpreisen und die Daten aus den USA sich entspannen, während die Erwartungen an Zinssenkungen steigen, könnte Bitcoin sich nach dem Ende der Liquidationsphase stabilisieren.
Derzeit ist der Verkauf vom 15. Dezember das Ergebnis einer durch makroökonomische Faktoren ausgelösten Anpassung und nicht eines strukturellen Marktversagens bei Kryptowährungen. Dennoch wird die Volatilität wahrscheinlich nicht so schnell verschwinden.
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