Der Russell 2000 Value hat offiziell ein neues Allzeithoch (ATH) erreicht, was die Debatte in den Finanzmärkten darüber wiederbelebt, was dieses Meilenstein für Bitcoin und den Kryptomarkt insgesamt bedeutet.

Diese Bewegung zeigt ein erneutes Interesse an risikobehafteten Assets, doch einige Risse unter der Oberfläche deuten darauf hin, dass das Signal möglicherweise nicht so direkt ist wie in früheren Zyklen.

Russell 2000 erreicht neues Allzeithoch, ist die Kryptowelt als Nächstes dran?

Der Marktkommentator Kevin Gordon hob den Breakout dieser Woche hervor und betonte, dass der Russell 2000 Value „in Richtung eines neuen Allzeithochs fliegt“. Dennoch warnte auch der Leiter der Makro- und Strategieforschung am Schwab Center for Financial Research, dass vergangene Leistungen keine Garantie für zukünftige Ergebnisse sind.

Dennoch ist diese Entwicklung für Krypto-Handelnde schwer zu ignorieren. Historisch gesehen korreliert die Stärke von Small-Cap-Aktien oft mit Aufschwüngen bei Bitcoin und Altcoins.

Der Russell 2000, der etwa 2.000 US-Unternehmen mit niedriger Marktkapitalisierung verfolgt, gilt weitgehend als Indikator für die Risikobereitschaft der Anleger. Im Gegensatz zur Dominanz großer Kapitalwerte im S&P 500 tendiert der Russell 2000 dazu, zu übertreffen, wenn Anleger sich zu risikoreicheren und renditeträchtigeren Assets hinbewegen. Insbesondere diese Dynamik erinnert stark an die Entwicklungen auf den Kryptomärkten.

Anfang des Monats berichtete BeInCrypto, dass die klare Durchbruchbewegung des Index über eine langfristige Widerstandslinie ein klassisches „Risk-on“-Signal darstelle.

In früheren Zyklen haben solche Brüche wichtige Krypto-Rallys vorweggenommen. Laut dem Bericht The Bitcoin Vector, einer institutionellen Studie von Swissblock, wandelte sich der Russell 2000 Ende 2020 von einer vorherigen Widerstandslinie in eine Unterstützung, woraufhin Bitcoin um etwa 380 % stieg.

„Das letzte Mal, als diese Konfiguration auftrat, verzeichnete BTC einen Anstieg von über 390 %“, erklärte der Bericht detailliert und wies darauf hin, dass, obwohl die aktuelle Struktur anders ist, sich die Märkte erneut auf eine mögliche Liquiditätsausweitung vorbereiten – Bedingungen, die historisch gesehen für risikobehaftete Assets günstig sind.

Auch andere Analysten teilen diese Sichtweise: RogueMacro betonte, dass bei den drei vorherigen Gelegenheiten, bei denen der Russell 2000 neue Allzeithochs erreichte, auch Bitcoin seinen eigenen Breakout einleitete.

Ash Crypto ging noch weiter und behauptete, dass auch Ethereum historisch gesehen nach den letzten Allzeithochs des Index an Stärke gewann.

Altcoins könnten noch mehr profitieren

Der Analyst Cryptocium hat ein wiederkehrendes Muster hervorgehoben, bei dem die Gesamtmarktkapitalisierung der Altcoins (ohne Bitcoin und Ethereum) tendenziell ansteigt, sobald der iShares Russell 2000 ETF höhere Hochs erreicht, ein Phänomen, das bereits 2017 und 2021 beobachtet wurde.

Wenn die Korrelation Bestand hat, schauen bereits einige Händler auf ein potenzielles Altcoin-Booming im Jahr 2026.

Dennoch sind nicht alle davon überzeugt, dass der Rally ein rein bullisches Szenario beschreibt. Duality Research stellte fest, dass trotz des Anstiegs des Index in diesem Jahr etwa 19,5 Milliarden US-Dollar an Nettoabflüssen aus Small-Cap-ETFs registriert wurden. Ein deutlicher Kontrast zu früheren Rallys, die stattdessen durch starke Kapitalzuflüsse unterstützt wurden.

Die Fundamentaldaten werfen auch einige Warnsignale auf. Laut dem The Kobeissi Letter berichteten etwa 40 % der Unternehmen des Russell 2000 im dritten Quartal 2025 über negative Gewinne in den letzten 12 Monaten, was auf fast rekordhohe Niveaus zurückgeht und vergleichbar mit den Spitzen nach der Finanzkrise ist.

Der Anteil hat sich seit 2007 mehr als verdoppelt und deutet auf eine erhebliche strukturelle Schwäche im Small-Cap-Segment hin.

Auf Vergleiche zwischen Altcoins und dem Russell 2000 reagieren einige Investoren mit der Warnung, dass der Timing wichtiger sei als die Korrelation.

„Es ist eine nützliche Analogie: Beide bewegen sich gewöhnlich mit Verzögerung, bis sich die Liquidität ausweitet und die Risikobereitschaft zu riskanteren Assets wechselt. Normalerweise ist der Timing wichtiger als die Korrelation“, schrieb Surya.

Für Krypto-Investoren stellt das neue Allzeithoch des Russell 2000 ein interessantes Signal dar, aber kein Garantie.

Zum einen deutet die Geschichte auf ein potenziell bullisches Szenario für Bitcoin und Altcoins hin, doch könnten strukturelle Schwächen im Small-Cap-Bereich das Bild komplizieren, falls die Risikobereitschaft nachlässt.