Die Tinte ist trocken. Vertreter des EU-Parlaments und des EU-Rats unterzeichnen den endgültigen Entwurf der MiCA-Verordnung. Bis zum Inkrafttreten ist es nicht mehr weit.

Die Europäische Union geht einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zu einer eigenen Kryptoregulierung. Vertreter des EU-Parlaments und des EU-Rats haben gestern Abend den endgültigen Entwurf der „Markets in Crypto Assets“ (kurz MiCA) unterzeichnet. Mit der Unterzeichnung des Papiers ist es nun nicht mehr weit, bis die Regelungen für die Wirtschaftszone in Kraft treten.

Mit der Verordnung schafft die EU als erste große Wirtschaftszone einheitliche Regeln für den Krypto-Sektor – von Utility Tokens über Stablecoins bis hin zur Verwahrung von Bitcoin und Co. Krypto-Dienstleister benötigen künftig eine Lizenz, die ihnen wiederum erlaubt, im gesamten EU-Raum tätig zu werden. Die MiCA ist schon länger beschlossene Sache. Ende April hat das Parlament der finalen Version zugestimmt. Mitte Mai gab auch der Rat, bestehend aus den 27 Mitgliedstaaten, grünes Licht.

Lob aus Politik und Wirtschaft

Insgesamt zeigen sich Politik und Wirtschaft mit dem Endergebnis zufrieden. Stefan Berger lobte die Regelung gegenüber BTC-ECHO als „großartiges Modell“, dem sich andere Nationen wie die USA oder Großbritannien anschließen sollten. Als Mitglied des ECON-Ausschusses war der Europaabgeordnete maßgeblich an der Ausgestaltung der MiCA beteiligt.

Vor allem im Ausland bleibt Krypto ein heiß diskutiertes Thema. Die US-Aufsichtsbehörde SEC ist in Rechtsstreitigkeiten mit mehreren Anbietern verwickelt, hat jüngst aber auch einem New Yorker Unternehmen eine Verwahrlizenz erteilt. Die regulatorischen Unklarheiten in den USA führen letztlich dazu, dass „immer mehr Projekte aus den USA abwandern, während die EU für sie zum Magneten werden könnte“, sagt Berger. Als nächstes brauche es eine „globale MiCA“, so Berger weiter.

Inkrafttreten voraussichtlich im Juli

Bis dahin kann es allerdings noch dauern. Nach der Unterzeichnung muss die MiCA zunächst im Amtsblatt der EU erscheinen. 20 Tage danach tritt die Verordnung in Kraft. Ab dann haben Stablecoin-Emittenten und andere Krypto-Dienstleister zwölf bzw. 18 Monate Zeit, die Regelungen umzusetzen. Allerdings deckt die MiCA noch längst nicht alle Teilbereiche des Krypto-Ökosystems ab. Staking, Lending, NFTs und DeFi sind noch weitgehend unreguliert. Wann sich die EU diesen Themen widmen wird, ist noch unklar. Die Europawahlen im kommenden Jahr dürften hierfür ausschlaggebend sein.