Bitcoin wird zunehmend als Bärenmarkt beschrieben, doch dieser Zyklus sieht sehr anders aus als die brutalen Rückgänge der Vergangenheit.
Analysten von CryptoQuant, Coinbase, Glassnode und CoinShares argumentieren, dass Bitcoin nach einem Rückgang von mehr als 40 % von seinem Höchststand 2025 in ein bärisches Regime eingetreten ist und unter wichtigen langfristigen gleitenden Durchschnitten gehandelt wird. Die Derivatemärkte zeigen defensive Positionierung, die Nachfrage hat nachgelassen, und die Liquidität – insbesondere von Stablecoins und Anlageprodukten – hat sich verringert. Nach traditionellen und strukturellen Maßstäben passt der Markt zur Definition einer Bärenphase.
Diese Abwärtsbewegung ist jedoch durch einen bedeutenden Verhaltenswechsel gekennzeichnet: Institutionen fliehen nicht. Umfragen zeigen einen starken Anstieg der Anzahl professioneller Investoren, die den Markt als „bärisch“ bezeichnen, und dennoch halten die meisten an ihren Positionen fest oder erhöhen diese sogar, wobei viele Bitcoin als unterbewertet ansehen. Dies deutet darauf hin, dass der Begriff „Bärenmarkt“ jetzt einen Wechsel des Marktregimes widerspiegelt, anstatt eine breite Kapitulation zu signalisieren.
Analysten sagen, dass das Ende des Bärenmarktes wahrscheinlich durch drei Entwicklungen signalisiert wird: Bitcoin, das über den wichtigen langfristigen Trendniveaus zurückgewinnt und hält, anhaltende Zuflüsse und stärkere Nachfrage sowie eine Normalisierung der Risikoappetite in den Derivatemärkten. Eines dieser Signale könnte bereits beginnen, sich zu verbessern, doch die Bestätigung ist noch begrenzt.
Die Prognosen variieren. Einige erwarten einen verlängerten Krypto-Winter, der bis Ende 2026 anhält, mit tieferen Preistiefs. Andere sehen eine kürzere, bandgebundene Konsolidierungsphase, gefolgt von einer Erholung, wenn der Verkaufsdruck nachlässt. Eine dritte Ansicht argumentiert, dass der alte vierjährige Halbierungszyklus zusammengebrochen ist und dass Liquidität und Kapitalflüsse – nicht der Kalender – bestimmen werden, wann die Bärenphase endet.
Insgesamt könnte dieser Bärenmarkt länger dauern, dabei aber in prozentualen Verlusten weniger schwerwiegend sein als frühere Zyklen, was eine reifere Marktstruktur widerspiegelt, die durch anhaltende institutionelle Beteiligung unterstützt wird.

