Die Ethereum (ETH) Stiftung hat ein spezielles Team für ‘Post-Quantum-Security’ gebildet, um sich auf das Zeitalter der Quantencomputing vorzubereiten, und hat die kryptographische Verteidigung gegen Quantencomputing zur obersten strategischen Aufgabe erhoben.
Das neue Team wird von Thomas Coratger geleitet, während der Krypto-Experte Emile von leanVM Unterstützung bietet.
Ethereum-Forscher Justin Drake hat erklärt, dass die Stiftung von der bisherigen Hintergrundforschung in die tatsächliche Engineering-Phase übergegangen ist. Die Stiftung wird alle zwei Wochen Entwickler-Sitzungen zum Thema Post-Quantum-Transaktionen und ein Multi-Client-Testnetz zur Erprobung quantenresistenter Konsensmechanismen einführen.
Diese Initiative umfasst ein Bildungsprogramm für die Gemeinschaft zum Thema quantenbedingte Bedrohungen für Blockchain-Systeme sowie ein Forschungsstipendienprogramm im Umfang von 2 Millionen Dollar.
Quantencomputing-Zeitleiste
Der Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin schätzte, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Quantencomputer bis August 2025 die derzeitigen Verschlüsselungstechnologien gefährden, bei etwa 20 % liegt.
Er zitierte die Prognosen der Vorhersageplattform Metaculus, die das Median-Szenario um das Jahr 2040 sieht.
Diese Einschätzungen wurden veröffentlicht, während Regierungen und Technologieunternehmen die Entwicklung der Quantencomputing-Technologie beschleunigen. Derzeit hängt das Blockchain-System von elliptischer Kurvenkryptographie (ECC) ab, und theoretisch könnte es, wenn ausreichend leistungsstarke Quantencomputer auftreten, außer Kraft gesetzt werden.
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Was wird aufgebaut?
Das neue Team entwickelt quantensichere Verschlüsselungslösungen, die auf STARK-basierten Zero-Knowledge-Proofs und gitterbasierten Algorithmen basieren. Dieser Ansatz wurde entwickelt, um Angriffe von Quantencomputern standzuhalten und gleichzeitig die Netzwerkleistung aufrechtzuerhalten.
Drake betonte, dass die Blockchain sich frühzeitig vorbereiten sollte, auch wenn es noch Zeit bleibt, bis quantenbedingte Bedrohungen tatsächlich auftreten. Der Übergang zu quantensicheren Verschlüsselungen erfordert umfassende Tests, Wallet-Upgrades und eine schrittweise, kooperative Migration der Benutzer, die vor der Sichtbarkeit der tatsächlichen Bedrohung abgeschlossen sein muss.
Derzeit verwendet Ethereum ECDSA zur Sicherung von Konten und BLS-Signaturen für die Konsensbildung von Validatoren. Beide Verfahren basieren auf elliptischer Kurvenkryptographie und könnten verwundbar werden, wenn leistungsstarke Quantencomputer auftauchen, die in der Lage sind, Quantenalgorithmen wie Shors Algorithmus auszuführen.
Die Stiftung plant, quantensichere Funktionen in den Ethereum-Protokollfahrplan zu integrieren, während die Kompatibilität mit der bestehenden Infrastruktur gewahrt bleibt.
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