Der globale Versicherungsmarkt im Jahr 2026 unterliegt tiefgreifenden Veränderungen inmitten einer Polykrise – einem Begriff, der die gleichzeitige Konvergenz mehrerer, miteinander verbundener Bedrohungen erfasst, die die Volatilität verstärken und die Risikolandschaften in verschiedenen Sektoren umgestalten.
Manny Padilla, der 70. Präsident der Risk & Insurance Management Society (RIMS) – und dessen erster Führer mit hispanischer Abstammung – hob diese Dynamik in aktuellen Erkenntnissen hervor. Als Vizepräsident für Risikomanagement und Versicherung bei MacAndrews & Forbes Incorporated, mit über 30 Jahren Erfahrung in der Unternehmensrisikoführung, bringt Padilla tiefgehende Expertise in seine Rolle ein, die am 1. Januar 2026 begann.
Haupttreiber der Polykrise 2026 in der Versicherung
Die Ära ist geprägt von überlappenden Risiken, die nicht mehr isoliert wirken:
Klimabezogene Katastrophen — die Häufigkeit und Schwere nehmen aufgrund extremer Wetterereignisse zu.
Geopolitische Spannungen — stören Handelsrouten, Lieferketten und internationale Operationen.
Anfälligkeit der Lieferkette — anfällig für Störungen durch Konflikte, Zölle und logistische Probleme.
Anhaltende Cyberangriffe — zunehmend komplexer im Zuge von KI-Fortschritten und digitaler Abhängigkeit.
Soziale Inflation — treibt höhere Rechtskosten, Juryauszeichnungen und regulatorischen Druck voran.
Diese Elemente interagieren und schaffen Kaskadeneffekte. Ein einzelner Vorfall kann gleichzeitig zu Rechtsstreitigkeiten, Rufschädigung, Cyberfolgen und Betriebsunterbrechungen führen und die Risikoprofile von Unternehmen grundlegend verändern.
Padilla betont, dass steigende Verlusthäufigkeit und -schwere Symptome tieferer Veränderungen sind: „Ganze Regionen stehen jetzt vor überarbeiteten Katastrophenszenarien, während zuvor geschützte Branchen in einem Ereignis mit vielfältigen Bedrohungen konfrontiert sind.“
Herausforderungen für Versicherungsnehmer und Risikomanager
Organisationen sehen sich einer zunehmenden Erschwinglichkeit gegenüber, bei der Prämien breitere Marktdrucke widerspiegeln und nicht die individuelle Risikoqualität. Versicherer wenden zunehmend verallgemeinerte Modelle an und platzieren gut verwaltete Risiken in die gleiche Kategorie wie höher riskante Kollegen.
Diese Umgebung erfordert einen strategischen Wandel im Enterprise Risk Management (ERM):
Wechsel von der Versicherung als primärem Werkzeug zu einem ausgewogenen Ansatz von Beibehaltung, Minderung und Transfer.
Behandle Risiko als eine zentrale Governance- und Kapitalallokationsdisziplin.
Priorisiere die Planung vor dem Ereignis — die Padilla schätzt, macht 85% der effektiven Ergebnisse aus — über die Wiederherstellung nach dem Ereignis.
Risikoleiter müssen eine organisationale Ausrichtung auf die Risikobereitschaft fördern und die Teams für Betrieb, Finanzen, Recht und Personalwesen einbeziehen, um strategische Rahmenbedingungen zu schaffen. Proaktive Governance und eine starke Auswahl von Gegenparteien (Bewertung der finanziellen Stabilität und Kapazität der Versicherer) sind oberste Prioritäten.
Broker-Konsolidierung und Zwischenhändlerwert
Anhaltende Fusionen im Maklersektor sowie Teamübergänge verkomplizieren die Beziehungen. Risikomanager mit begrenzten internen Ressourcen verlassen sich auf Zwischenhändler als Anwälte.
Padilla betont, dass der wahre Wert über Geschwindigkeit und niedrige Kosten hinausgeht: Strategische Broker bieten tiefgehende Geschäftseinblicke, proaktive Engagements von Underwritern und umfassende Unterstützung bei Schadensfällen — insbesondere bei komplexen, grenzüberschreitenden Verlusten.
Padillas Vision für RIMS und den Beruf
Unter Padillas Führung drängt RIMS Risikofachleute zu größerer Sichtbarkeit und Einflussnahme, fördert Kulturen, die Innovation, Wachstum und Rentabilität durch disziplinierte Risikopraxis vorantreiben.
Seine Agenda konzentriert sich auf globale Karrierefortschritte, berufliche Entwicklung und die Erhöhung der Disziplin in Zeiten der Unsicherheit.
Der Ausblick auf die Versicherungen 2026 unterstreicht die Notwendigkeit adaptiver Strategien in einer Welt mit sich verstärkenden Bedrohungen. Käufer und Fachleute, die ganzheitliche Minderung, strategische Partnerschaften und vorausschauende Governance priorisieren, werden besser durch diese herausfordernde Landschaft navigieren.
