Das Veto der EU starb am 12. Dezember 2025.

Fast niemand hat es bemerkt.

Die Ratssatzung 2025/2600 wurde mit 25:2 angenommen. Ungarn stimmte dagegen. Slowakei stimmte dagegen.

Beide sind ohnehin gebunden.

Dies ist keine Interpretation. Es ist der rechtliche Text. Artikel 122 AEUV wurde in eine verfassungsrechtliche Umgehung umgewandelt – jede Maßnahme, die als »wirtschaftliche Notlage« bezeichnet wird, gilt nun mit qualifizierter Mehrheit, bindet alle Mitglieder, auch die, die dagegen gestimmt haben.

Die Blockierarithmetik ist brutal:

Ungarn + Slowakei = 3,5 % der EU-Population.

Eine Blockiermehrheit erfordert 35 %.

Sie können keine bilden. Weder mit Österreich. Noch mit Tschechien. Mit niemandem.

Die Abschreibungskurve erzählt die Geschichte:

Dezember 2023: Orbán zieht 10,2 Milliarden Euro ab.

Februar 2024: 0 Euro

Mai 2024: 0 Euro

Dezember 2024: 0 Euro

Dezember 2025: 0 Euro

Sieben Umgehungsereignisse in 24 Monaten. Aktueller Hebelwert: etwa 4 % des Höchststands.

4 Billionen Dollar an europäischer Positionierung beruhen auf einer Annahme: dass Einmütigkeit strukturelle Veränderungen ohne Vertragsänderung verhindert.

Diese Annahme ist bereits falsch.

Q1 2026: Beginn der Auszahlungen aus dem SAFE-Verteidigungsfonds in Höhe von 150 Milliarden Euro.

12. April: Ungarns Wahl bestimmt die Zusammensetzung der Peripherie.

Sommer 2026: Urteil gegen Le Pen bestimmt den Status Frankreichs als Ankerstaat.

Drei Katalysatoren. Sechs Monate. Bedingungen für einen Phasenübergang.

Die EU hat ihr Einmütigkeitsproblem gelöst – nicht durch Vertragsänderung (die die Zustimmung der umgangenen Staaten erfordert hätte), sondern durch eine verfassungsrechtliche Mutation: die Umdeutung von Notfallbestimmungen in allgemeine Umgehungsmechanismen.

Die Form der Einmütigkeit bleibt erhalten.

Die Funktion ist beseitigt.

Verfassungsrechtliche Mutation abgeschlossen.

Veto tot.

Neubewertung beginnt.

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