POL, der eigene Token des Polygon-Netzwerks, ist in einer Woche um mehr als 50 Prozent gestiegen. Der POL-Kursanstieg kam nicht von einem kurzen Sprung oder einer einzelnen Nachricht. Stattdessen war er durch konstante Nachfrage auf der Kette im gesamten Netzwerk gestützt.
Jetzt, wo der Kurs in der Nähe der letzten Höchststände eine Pause macht, ändert sich der Fokus. Es geht nicht mehr nur um Aufwärtsdynamik. Die wichtige Frage ist nun, ob POL sich gesund seitwärts bewegt oder in eine stärkere Korrektur gerät.
Stabile On-Chain-Nachfrage bleibt – Schwung lässt nach
On-Chain-Daten zeigen, dass Polygon in der ersten Januarhälfte weiterhin stabil genutzt wurde. Die Zahl der täglichen, einzigartigen Adressen bleibt konstant. Zudem nimmt die Zahl der Transaktionen – wie auch bei anderen großen EVM-Netzwerken – zu. Das deutet auf eine dauerhafte Nachfrage und weniger auf kurzfristige Spekulation hin.
Diese anhaltende On-Chain-Nachfrage erklärt, warum POL so stark gestiegen ist. Nutzer verlassen das Netzwerk nicht und die Aktivität bleibt auch nach dem Kursanstieg hoch. Das bildet eine stabile Basis für die Entwicklung.
Allerdings zeigen Indikatoren für die Dynamik erste Unterschiede. Der Relative-Stärke-Index (RSI) misst die Kursdynamik, indem er jüngste Gewinne mit Verlusten vergleicht. Wenn der RSI steigt, aber der Kurs nicht nachzieht, deutet das darauf hin, dass die Kursdynamik nicht mehr voll umgesetzt wird.
Zwischen Mitte Oktober und Anfang Januar macht der POL-Kurs tiefere Hochs, während der RSI höhere Hochs zeigt. Dieses Muster heißt versteckte bärische Divergenz. Es bedeutet nicht sofort Panik oder einen Einbruch, sondern zeigt, dass die Stärke nachlässt und das Risiko eines Rücksetzers nach dem starken Anstieg zunimmt.
Diese Divergenz bestätigt sich erst, wenn die nächste Kurskerze unter 0,174 USD liegt. Im Moment ist es nur ein Hinweis, dass die Rallye vielleicht eine Pause braucht.
Polygon-Wale verkaufen, während Kleinanleger weiter kaufen
Das Verhalten der Halter zeigt, wie diese Pause verlaufen könnte.
Große Halter haben ihre Bestände noch vor der aktuellen Kurspause reduziert. Wallets mit zwischen 100 Mio. und 1 Mrd. POL haben ab dem 3. Januar begonnen, ihre Bestände zu verringern. Seitdem sind diese von etwa 743,6 Mio. auf circa 708,3 Mio. POL gefallen.
Die nächste Kategorie, mit 10 Mio. bis 100 Mio. POL pro Wallet, ist später gefolgt. Diese Gruppe reduzierte ab dem 7. Januar ihre Bestände von rund 571,7 Mio. auf etwa 563,0 Mio. POL.
Zur gleichen Zeit bewegen sich kleinere Halter in die entgegengesetzte Richtung. Nutzer mit zwischen zehn und 10.000 POL haben ihre Bestände während der Rallye und auch in der aktuellen Pause kontinuierlich ausgebaut.
Diese Entwicklung ist wichtig. Whales scheinen auf die nachlassende Dynamik und die Charts zu reagieren. Kleinere Anleger reagieren dagegen wahrscheinlich eher auf die sichtbare On-Chain-Nachfrage und die stärkere Netzwerkaktivität.
Oft führt so eine Mischung zu einer längeren Seitwärtsphase. Es kann aber auch sein, dass das Risiko für eine stärkere Korrektur steigt, wenn anhaltende Nachfrage nicht mehr für neue Impulse sorgt.
Polygon-Kurs: Diese Marken entscheiden über Seitwärtsphase oder starken Rücksetzer
Nun entscheidet die Entwicklung des POL-Kurses über das nächste Szenario. Bleibt POL über 0,155 USD, spricht viel für eine Seitwärtsbewegung. Diese Marke war schon Anfang November ein wichtiger Unterstützungsbereich. Sie zu halten, könnte Verkäufe auffangen und die Struktur bewahren.
Steigt der Kurs wieder klar über 0,188 USD, schwächen sich die bärischen Signale ab. Ein starker Schlusskurs oberhalb von 0,213 USD würde die Divergenz komplett aufheben und den Weg in Richtung 0,253 USD freimachen.
Auf der Unterseite würde ein anhaltender Bruch unter 0,155 USD das Bild verändern. Das eröffnet Platz in Richtung 0,142 USD. Sollte der Verkauf stärker werden, ist zudem ein weiterer Rückgang in die Nähe von 0,098 USD möglich.
Aktuell bleibt der POL-Coin weiterhin durch eine stabile Nachfrage auf der Chain unterstützt.
Die Aufwärtsbewegung hält zwar an, jedoch lässt das Momentum nach und große Halter ziehen sich momentan zurück. Ob es nun zu einer einfachen Seitwärtsphase oder zu einem stärkeren Rückgang kommt, hängt davon ab, wie sich der Kurs an den Unterstützungen verhält.

