Das Vereinigte Königreich hat gerade seinen größten Schritt in Richtung einer vollständigen regulatorischen Aufsicht über Krypto gemacht. Am 16. Dezember hat die Financial Conduct Authority (FCA) drei Konsultationspapiere veröffentlicht, die die Funktionsweise von Krypto in Großbritannien bis 2027 umgestalten könnten.

Hier ist, was Sie wissen müssen.

Was tatsächlich passiert

Die FCA hat Vorschläge veröffentlicht, die nahezu jeden Bereich des Kryptomarktes abdecken: Börsen, Broker, Staking, Kreditvergabe und sogar DeFi. Dies folgt auf die Ankündigung des Finanzministeriums am 15. Dezember, dass es Krypto-Unternehmen unter die bestehenden Gesetze für Finanzdienstleistungen bringen wird, durch neue Gesetzgebung, die bis Oktober 2027 erwartet wird.

David Geale, der Exekutivdirektor der FCA für Zahlungen und digitale Finanzen, drückte es deutlich aus: "Die Regulierung kommt – und wir wollen sie richtig machen."

Die wichtigsten Bereiche im Überblick

  1. Handelsplattformen und Börsen – Klare Standards für Listings, Offenlegungen und Handelsintegrität. Denken Sie an die Regeln traditioneller Aktienbörsen, angepasst für Kryptowährungen.

  2. Marktmissbrauch – Regeln, die Insiderhandel und Manipulation zielen, um die Kryptomärkte mit den Standards des TradFi auszurichten.

  3. Staking-Dienstleistungen – Die FCA möchte, dass Unternehmen Risiken klar offenlegen, wenn sie Ertragsprodukte anbieten, die Kundengelder sperren.

  4. Kreditvergabe und -aufnahme – Neue Schutzmaßnahmen, nachdem hochprofilierter Zusammenbrüche dieses Bereich zu einem der riskantesten im Krypto-Sektor gemacht haben.

  5. DeFi – Die große Frage: Sollten die gleichen Regeln, die im traditionellen Finanzwesen gelten, auch auf dezentrale Protokolle angewendet werden? Die FCA fragt, ob Verbraucherschutz auch dann gelten sollte, wenn kein zentraler Vermittler vorhanden ist.

Was dies für Händler bedeutet

Dies ist nicht nur Bürokratie. Falls wie vorgeschlagen umgesetzt:

  • UK-Exchange müssen Offenlegungspflichten erfüllen, die denen von Aktienbörsen entsprechen

  • Staking- und Kreditprodukte erfordern klarere Risikowarnungen

  • Unternehmen könnten eine Genehmigung der FCA benötigen, um Kunden im Vereinigten Königreich zu bedienen

  • Das Senior Managers-Regime könnte Anwendung finden, was die persönliche Verantwortung von Führungskräften bedeutet

Das große Ganze

Das Vereinigte Königreich versucht, zwei Dinge in Einklang zu bringen: den Schutz von Privatanlegern, ohne die Kryptoinnovation aus dem Land zu verdrängen. Finanzministerin Rachel Reeves bezeichnete dies als "einen entscheidenden Schritt, um die Position des Vereinigten Königreichs als führendes Finanzzentrum zu sichern."

Interessanterweise zeigt die FCA-Forschung, dass die Zahl der britischen Krypto-Inhaber von 12 % auf 8 % dieses Jahr gesunken ist – doch diejenigen, die geblieben sind, halten nun mehr. Der Markt konzentriert sich auf ernsthaftere Investoren mit größeren Positionen.

Zeitplan

  • Jetzt – 12. Februar 2026: Konsultationsphase zur Abgabe von Rückmeldungen geöffnet

  • 2026: Endgültige Regeln veröffentlicht

  • Oktober 2027: Vollständiges Regulierungsregime wird voraussichtlich in Kraft treten

Zusammenfassung

Die Tage, in denen Kryptowährungen im Vereinigten Königreich in einer regulatorischen Grauzone agieren konnten, sind gezählt. Egal, ob Sie Händler, Projektentwickler oder Betreiber einer Börse sind, die Kunden im Vereinigten Königreich bedient, sollten 2027 das entscheidende Jahr sein.

Regulierung ist nicht per se schlechte Nachricht – klare Regeln können institutionelles Kapital und Legitimität bringen. Doch die Details zählen, und die nächsten zwei Monate sind die Gelegenheit, sie mitzugestalten.