Die chinesische Regierung unterstützt offenbar vorsichtig die Entscheidung Hongkongs, Krypto-Handel für normale Anleger anzubieten. Dies ist bemerkenswert, da Peking 2021 alle Krypto-Transaktionen auf dem chinesischen Festland vollständig verboten hat.

Hongkong will ein Krypto-Hub werden

Hongkong steht offenbar kurz davor, den Krypto-Einzelhandel wieder einzuführen, nachdem dieser 2018 verboten wurde.

Die Securities and Futures Commission of Hong Kong (SFC) hat ein neues Konsultationspapier herausgegeben, in dem sie vorschlägt, „allen Arten von Anlegern, einschließlich Privatanlegern, den Zugang zu Handelsdienstleistungen zu ermöglichen, die von lizenzierten Anbietern von VA-Handelsplattformen [virtueller Vermögenswerte] bereitgestellt werden.“

Bevor normale Anleger jedoch wieder mit Kryptowährungen handeln können, müssen eine Reihe von Anforderungen erfüllt sein. So schlug die SFC beispielsweise vor, dass Handelsplattformen das Team hinter einem Token sorgfältig prüfen und feststellen sollten, wie widerstandsfähig das Netzwerk des Tokens gegen typische Angriffe ist. So soll sichergestellt werden, dass den Händlern nur vorab genehmigte Token zur Verfügung gestellt werden. Der Plan schlägt außerdem vor, das Risiko für Einzelhändler zu begrenzen.

Darüber hinaus schlägt die SFC vor, nur „virtuelle Vermögenswerte mit großer Marktkapitalisierung“ zum Handel zuzulassen. Obwohl die Kommission nicht spezifizierte, welche wichtigen Token für die Notierung infrage kämen, sagte ein Vertreter der Wertpapieraufsichtsbehörde, dass Bitcoin und Ether höchstwahrscheinlich darunter wären.

Hongkong erhält subtile Unterstützung aus Peking

Laut einem Bloomberg-Artikel vom 21. Februar, der sich auf mit der Situation vertraute Personen beruft, hat Hongkong sanfte Unterstützung aus Peking erhalten. Vertreter des chinesischen Verbindungsbüros sollen Krypto-Events in Hongkong besucht haben, um besser zu verstehen, was in der Stadt vor sich geht.

Ihre Interaktionen mit den Behörden in Peking zu diesem Thema verliefen bislang freundschaftlich. Die lokalen Akteure werten dies als Hinweis darauf, dass Peking – wenn auch im Stillen – Hongkongs Ziel unterstützt, ein regionales Krypto-Zentrum zu werden, und bereit ist, die Stadt als Testgelände für Krypto-Assets zu nutzen.

Dieser aktuelle Schritt erfolgt nach Monaten hoher Volatilität im Kryptowährungssektor, wobei der jüngste Schlag die dramatische Implosion der digitalen Vermögensbörse FTX war.

Bitcoin, die wertvollste Kryptowährung auf dem Markt, ist seit dem Erreichen eines Allzeithochs im November 2021 um rund 63,70 % gefallen, wobei es mehreren sogenannten Altcoins noch deutlich schlechter ging.