Ein US-Konkursgericht in Delaware hat bei einer Gerichtsverhandlung am Mittwoch dem Antrag der gescheiterten Kryptowährungsbörse FTX stattgegeben, ihre Krypto-Assets zu verkaufen. Das von Restrukturierungsexperte John J. Ray III geleitete Unternehmen möchte seine Gläubiger zurückzahlen und erwägt gleichzeitig eine mögliche Umgestaltung der Handelsplattform.
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Kurzinformation
Der Richter des Konkursgerichts von Delaware, John Dorsey, erlaubte der insolventen Börse, Kryptowährungen im Wert von bis zu 100 Millionen US-Dollar pro Woche zu liquidieren, wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht. Nach Genehmigung durch zwei Ausschüsse, die FTX-Kunden vertreten, kann das Limit auf 200 Millionen US-Dollar steigen.
FTX plant außerdem, seine Kryptowährungen über einen Anlageberater abzusichern und einzusetzen. Dem genehmigten Vorschlag zufolge erwartet das Unternehmen, dass diese Methoden die Risiken der Preisvolatilität mindern und passive Zinsen einbringen.
Das Unternehmen hat Galaxy Asset Management – ein vom ehemaligen Investmentbanker Mike Novogratz geleitetes Unternehmen für digitale Vermögenswerte – als Berater für den Prozess nominiert.
Die insolvente Kryptobörse besitzt laut Gerichtsunterlagen Kryptovermögen im Wert von 3,4 Milliarden US-Dollar. Sie hält etwa 1,16 Milliarden US-Dollar in Solana, 560 Millionen US-Dollar in Bitcoin und 192 Millionen US-Dollar in Ether. Zu ihren weiteren Kryptobeständen gehören die Stablecoins USDT und XRP.
FTX und sein Schwester-Hedgefonds Alameda Research hatten am 11. November Insolvenz nach dem US-amerikanischen Verfahren Chapter 11 angemeldet. Daraufhin wurden Vorwürfe erhoben, es handele sich um die Veruntreuung von Kundengeldern in Milliardenhöhe und um andere Verfehlungen.
FTX versucht außerdem, Millionen von Dollar zurückzufordern, die es vor seiner Insolvenz an prominente Werbeträger und Sportteams gezahlt hat, darunter den ehemaligen Basketballspieler Shaquille O’Neal, die Tennisprofi Naomi Osaka und das National-Basketball-Team Miami Heat.
Unterdessen wurde Sam Bankman-Fried, Gründer und ehemaliger CEO von FTX, am 11. August wegen Zeugenbeeinflussung inhaftiert, nachdem er im Dezember 2022 auf den Bahamas festgenommen worden war. Er beteuert seine Unschuld und hat in allen 13 gegen ihn erhobenen Anklagen auf nicht schuldig plädiert, darunter Überweisungs- und Wertpapierbetrug in Milliardenhöhe.
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